Ist Ihre Marke schon responsive?

responsive brand

Bekommen Sie auch diese Mails:

„Wie ich an Ihrer Website sehen konnte, ist diese noch nicht Responsive. Kennen Sie Responsive Design?
Also, eine Website, die sich ohne inhaltliche und optische Verluste jedem Gerät anpasst. Damit wären Sie mit Ihren Angeboten auch für die mobile Bedienung von unterwegs perfekt aufgestellt.

Was sagen Sie? Darf ich Ihnen in einem Kennenlerntermin … und so weiter und so fort.

Ich weiß, für den Vertrieb der Agenturen ist eine Markenwebseite ein niedrigschwelliger Zugang, um potenzielle Kunden zu identifizieren und einen Gesprächsanlass zu finden. Da wird ein wenig gegooglet, die Seite geladen und dann das Fenster munter breiter und schmaler gezogen. Reagiert die Seite darauf nicht mit dem üblichen Vergrößern und Verkleinern oder Um- und aussortieren von Inhalten, ist man dem nächsten großen „Lead“ auf der Spur …

Oft wird nicht einmal das Handy gezogen und eben nachgeschaut, ob es zu der betreffenden Seite vielleicht eine Mobile-Variante oder eine App gibt, die nur dann angeboten wird, wenn man mit einem Smartphone browst. Eigentlich ein bisschen billig – vor allem aber wirklich oberflächlich.

Ja, google honoriert es, wenn sich Websites an unterschiedliche Displaygrößen anpassen. Das tun sie, weil sie die relevantesten und besten Ergebnisse für ihre Nutzer bereitstellen wollen.

Da liegt der Unterschied zur Denkweise vieler Agenturen. Sie sprechen nicht über die Relevanz von Botschaften und gut geführtem Dialog. Als sei das technische Verhalten der Zweck einer Webseite. Klar, sie muss funktionieren, aber ihr Zweck ist die Verbindung von Besuchern und Marke. Häufig ist sie sogar der zentrale Markenkontaktpunkt der die unterschiedlichen Kanäle bündelt, an dem Image, Information und direkter Kontakt mit Kunden zusammen laufen.

Kontext is King

Daher ist es nicht verwunderlich, dass der responsive Gedanke erweitert wird. Nicht das Gerät von dem eine Webseite aufgerufen wird entscheidet über die Aufbereitung der Inhalte, sondern der Kontext, in dem sich der Besucher befindet. Es zählen Attribute wie:

Wo ist der Besucher gerade?
Befindet er sich gerade an einer U-Bahn Haltestelle und besucht er die Website der örtlichen Verkehrsbetriebe, wird er vermutlich am ehesten ein Handyticket kaufen wollen, oder schnell und zielgerichtet informiert werden welche Linie ihn ans Ziel bringt.

Um welche Tageszeit besucht er uns?
Ein Besucher der mittags von einem Firmencomputer auf die Webseite eines Restaurants in der Nähe geht, wird sicherlich mit Mittagsangeboten und einem Hinweis, dass gerade geöffnet ist, als erste Informationen, gut versorgt sein.

Das bedeutet, dass Markenverantwortliche und ihre Agenturen sich für Kunden und Besucher interessieren müssen. Customer Activity oder Customer Journeys sind auf einmal nicht nur für große, sondern auch für kleine Marken relevant. Also die Frage welche Bedürfnisse Menschen vor, während und nach dem Kontakt mit einer Marke haben. Noch ist es natürlich größeren Marken vorbehalten Datenanalyse zu betreiben und Blue Gaps in ihrem digitalen Angebot zu schließen.

Es geht aber auch eine Nummer kleiner, weil der gute Wille zählt. Kunden bemerken, wenn Ihr Gegenüber aufmerksam ist und sich auf den gesunden Menschenverstand verlässt um den Kontakt zu verbessern. Es ist nicht schwierig herauszufinden was sich Menschen wünschen, wenn man sie fragt. Es ist sogar besonders einfach herauszufinden was sie nicht mögen, indem man sich selbst fragt was man als ärgerlich oder unpersönlich empfindet:

Meine Top 5 der leersten Botschaften an Kontaktpunkten:

5. Markenlogos auf Geschirr – Wieso?
4. Generische Überschriften wie „Kontaktformular“ – Ich sehe doch, dass das ein Kontaktformular ist.
3. Abonnieren Sie unseren Newsletter um immer über Aktuelles aus unserem Hause informiert zu werden – Der Begriff „Aktuelles“ zeigt, dass die Marke noch keinen Plan hat, was sie mir genau mitteilen will.
2. Fragen wie: „Haben Sie eine Paybackkarte?“ Liebe/r REWE: Kann man diese Information nicht hinterlegen und mich ab und zu fragen, ob ich es mir inzwischen anders überlegt habe oder mir wenigstens einen Mehrwert dafür nennen?
1. Oberflächliche Ansprache: Ihre Webseite ist noch nicht responsive.

Liebe Kollegen aus den Agenturen: Lasst uns doch gemeinsam daran arbeiten, dass Marken relevante und nachvollziehbare Botschaften haben. Wenn diese Botschaften an den richtigen Kontaktpunkten zu den richtigen Menschen gelangen schafft das einen Wert. Responsive Websites können auch 1&1 und Strato bauen.

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